Nur FN-Wehr rückte öfter aus

Überlinger Feuerwehr leistete viel - Vorbildliche Fahrzeugkonstruktion

Datum:     

14.03.2003

Überlingen (mba) Mit dem hohen Einsatzaufkommen von über 300 Alarmen im Jahr leistet die Freiwillige Feuerwehr Überlingen auch im kreisweiten Vergleich besonders viel. Wie Kreisbrandmeister Henning Nöh in der Hauptversammlung der Wehr (wir berichteten) verdeutlichte, gehen mehr als 16 Prozent der rund jährlichen 2000 Einsätze auf das Konto der Überlinger. Nur Friedrichshafen als größte der 23 Gemeinden des Bodenseekreises bilanzierte 2002 mit 570 Einsätzen, entsprechend 29 Prozent, mehr. In Relation mit den Einwohnerzahlen gebracht, nimmt das gut 20000 Menschen zählende Überlingen damit eindeutig die Spitzenposition gegenüber der rund 57000 Köpe zählenden Kreisstadt ein. Henning Nöh lobte denn auch die Überlinger Wehr: "Ihr leistet Euren Mann und Eure Frau - und Ihr macht das sehr gut!"

Sein Lob machte Nöh auch an einem technischen Beispiel fest. Unter der Ägide von Stadtbrandmeister Andreas Löhle wurde 2002 eine neue Fahrzeugkonzeption realisiert. Ansatz waren die Probleme mit kleineren Spezialgeräten und Werkzeugen, die immer wieder, je nach Einsatz, auf- und abgeladen werden mussten. Seit 1998 war deshalb geplant, für solche Dinge wie Tauchpumpe, Wassersauger, Kleinaggregat oder Türoffnungswerkzeug einen eigenen Wagen anzuschaffen. Inzwischen steht das "Kleineinsatzfahrzeug/Gerätewagen-Werkstatt" (KEFG/GW-Werk) im Fuhrpark. Dazu wurde ein "Fiat Ducato 2.3", ein Kastenwagen mit 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht, beschafft und in Eigenleistung ausgebaut. Der Kreisbrandmeister: "Ihr habt da ein Fahrzeug entwickelt, das Vorbildcharakter hat für den ganzen Kreis."

Neben dem Kastenwagen beschaffte die Überlinger Feuerwehr 2002 auch mehrere größere Fahrzeuge, wie Löhle in seinem Jahresbericht auflistete. Für 146000 Euro erhielt die Abteilung Deisendorf ein Löschfahrzeug "TSF-W" der Firma Iveco-Magirus, wobei laut Löhle durch eine bundesweite Ausschreibung erreicht wurde, dass die Beschaffung 8000 Euro unter dem Haushaltsansatz blieb.

Im Zuge der Neustrukturierung der Ölwehr Bodensee des Landes Baden-Württemberg, sie heißt jetzt "Öl- und Schadenswehr Bodensee" wurde ein aus dem Jahr 1972 stammender "Gerätewagen-Öl" durch einen neuen "Geräte-Transport-Öl" (GW-T Öl) ersetzt. Alle vier Ölwehrstützpunkte, neben Überlingen sind das Friedrichshafen, Konstanz und Radolfzell, erhielten gleichzeitig ein neues Fahrzeug.

Außerdem übergab der Bund im Rahmen des Zivil- und Katastrophenschutzes einen "ABC-Erkundungskraftwagen" (ABC-Erk. KW). Mit dessen Ausrüstung sollen, wie Löhle beschrieb, austretende Gefahr- und Schadstoffe größeren Umfangs im atomaren, biologischen und chemischen Bereich entdeckt und analysiert werden können, um daraus entsprechende Einsatzmaßnahmen abzuleiten. Überlinger Wehrmänner sind inzwischen auf der Landesfeuerwehrschule entsprechend geschult. Dessen ungeachtet warnte Kreisbrandmeister Nöh vor falschem Sicherheitsdenken. "Auf Aufgaben im atomaren Bereich sind wir sicher hervorragend vorbereitet. Aber wie wollen dem Bürger nicht vorgaukeln, dass wir auch für den B und C-Bereich gerüstet sind. Insbesondere bei biologischen Verseuchungen müssten wir ganz schnell die weiße Fahne hissen und Hilfe anfordern - und keiner wüsste woher!"

Quelle: Sükurier Konstanz vom 21.03.2003
Download: Jahresbericht 2002 (ca. 5 MB gross als Zip)